Das Verpaarungszentrum

 
EuroNerz e.V. möchte langfristig im Bundesgebiet einen Bestand von ca. 150 - 200 Tieren aufbauen. Seit längerem bestehen daher Pläne zur Einrichtung einer dafür notwendigen, groß angelegten Verpaarungsstation. Eine solche Station ist unverzichtbar für unser Konzept einer zentrierten Verpaarung der Nerze und bildet damit das "Herzstück" des Vereines.

Um dieses Projekt verwirklichen zu können, sind jedoch umfangreiche Vorarbeiten notwendig. Bereits seit 2001 haben wir ein geeignetes Grundstück von ca. 2,7 ha Größe für dieses Projekt angepachtet und damit für die Nutzung gesichert. Auch eine Kostenaufstellung liegt vor und seit Ende 2002 ist die Baugenehmigung erteilt. Der Realisation dieses Vorhabens steht bislang jedoch noch eine unklare Finanzierung entgegen.
 
  Gehegekomplex in Seitenansicht mit
Versorgungsgang, Schutzdach und
Einzelgehegen
 
   
   
  Schräge Draufsicht auf den Gehegekomplex  
     
 

Stand der Dinge

Aushubarbeiten
Blick auf die Außengehege
Heute befinden sich rund 60 Europäische Nerze in der Obhut des Vereins. Bundesweit beteiligen sich derzeit 15 Tierparks an unserem Projekt; weitere möchten sich in der Zukunft anschließen.
Doch nicht nur das Interesse am Nerz entwickelte sich seit der Vereingründung schnell sehr erfreulich, sondern auch der jährliche Zuwachs aus der Nachzucht. Dadurch wurde es dringend notwendig, im Vorgriff auf die Pläne eines großen Verpaarungszentrums eine vorläufige Station zu errichten um den mittelfristigen Platzbedarf zu decken.

Aus Mitteln, die uns dankenswerterweise die Niedersächsische Lottostiftung zur Verfügung stellte, finanzierte EuroNerz e.V. den Aufbau einer provisorischen Verpaarungsstation. Die ersten Spatenstiche erfolgten im Juli 2000. Aufgrund des zeitaufwendigen Aufbaus in (Wochenend-)Eigenleistung zogen sich die Bauarbeiten bis in das Jahr 2001 hinein.

Die Station umfasst einen überdachten Mittelteil mit rund 20 kleineren Beobachtungsgehegen. In ihnen können während der Ranz-Zeit im Frühjahr die Männchen und Weibchen auf ihre Paarungsbereitschaft hin kontrolliert und langsam aneinander gewöhnt werden. Zwei Außenbereiche mit je zehn Haltungsgehegen bieten Ausweichmöglichkeiten, wenn im Herbst die selbständigen Jungen von der Mutter getrennt werden müssen.
 

Ein Blick in die Zukunft

Die geplante, große Zucht-Anlage soll in Modulbauweise errichtet werden. Ein Modul umfasst dabei je 20 Haltungsfreigehege von ca. 12 qm und einen Innenbereich, der die eigentlichen Beobachtungsgehege für die Verpaarung der Nerze enthält. Zurzeit ist der Bau von letztendlich acht solchen Modulen vorgesehen, mit einer sich daraus ergebenden Kapazität zur Unterbringung von ca. 160 Nerzen.

Nicht nur aus finanzieller Sicht ist geplant, die Module zeitlich gestaffelt zu bauen – auf diese Weise kann nicht nur haltungsrechtlichen Vorgaben sondern auch neuen Erkenntnissen in der Nerz-Zucht optimal Rechnung getragen werden. Die genannte Anzahl an Nerzen soll vornehmlich zur Verpaarungszeit im Frühjahr in der Station untergebracht werden, eine Dauerhaltung ist dort nur in geringem Maße vorgesehen.

Auch ein Besucherverkehr wird nicht stattfinden; „Tage der offenen Tür“ sollen aber die Tätigkeit des Vereins für Anlieger und Interessierte offen legen. Zur Pflege der Tiere wird eine Kooperation mit den angeschlossenen Tierparks angestrebt, die im Rahmen ihrer Lehrlingsausbildung zeitlich befristet Auszubildende freistellen könnten. Ebenso ist für die Zukunft angedacht, ABM-Berechtigte nicht nur im Stationsbetrieb sondern auch in weiteren Aufgabenbereichen des Vereins zu beschäftigen.
 

Und die Realisation?

Die oben beschriebene Erweiterung unserer Zucht-Kapazitäten war geplant als ein Teilaspekt eines Antrages zur „Wiederansiedlung des Europäischen Nerzes Mustela lutreola in Deutschland“ im EU-Projekt LIFE-nature 2005, den unser Verein gemeinsam mit Partnern einreichte.

Obwohl das Projekt von seiten der EU an sich als förderungswürdig betrachtet wurde, fiel die Entscheidung leider negativ aus.
Die Realisierung der erforderlichen Erweiterung steht daher weiterhin aus. Unterstützung ist hier dringend notwendig!

Durch die dankenswerte Entscheidung des Ministeriums für Umwelt des  Saarlandes, dennoch eine Wiederansiedlung Europäischer Nerze finanziell zu unterstützen, lässt sich jedoch nun auf jeden Fall dieser ebenfalls wichtige Teilaspekt des ursprünglich geplanten Großprojektes realisieren.

Neuigkeiten dazu lesen Sie hier
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